Schulprofil

Das BG/BRG Klusemannstraße wurde im September 1991 als erste Allgemeinbildende höhere Schule (AHS) im bevölkerungsreichen Westen von Graz eröffnet. Die Schule wurde seit Beginn als Versuchsschule geführt, an der zahlreiche Innovationen entwickelt und dauerhaft installiert wurden.

Auf der Sekundarstufe I (Unterstufe) wird der Unterricht nach dem Modell der Neuen Mittelschule (MS) organisiert. Das Modell der MS richtet sich an alle Kinder im Alter von 10 – 14 Jahren ohne nach deren momentanen Leistungsfähigkeit und Begabungen zu selektieren. Um die bei einem breiten Begabungsspektrum der SchülerInnen notwendige Individualisierung und Differenzierung zu erreichen, wird in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik im Zwei-LehrerInnensystem (Teamteaching) unterrichtet. In der 2. und 3. Klasse wird das Fach Ökologie gemeinsam von einer/m Biologin/en und einer/m Geografin/en gestaltet. In der 3. und 4. Klasse stehen Wahlpflichtfächer im Gesamtausmaß von 6 Wochenstunden zur Auswahl. Sie bieten den SchülerInnen die Möglichkeit einerseits ihre Begabungen zu entwickeln, indem sie eine 2. Fremdsprache (Italienisch), Informatik oder das Fach Naturwissenschaftliches Experimentieren wählen oder andererseits durch vertiefenden Unterricht ihre Leistungen in Deutsch, Englisch und Mathematik zu verbessern. Integraler Bestandteil des Konzeptes der MS ist das Fach Soziales Lernen, das auf jeder Schulstufe angeboten wird. Seit dem Schuljahr 2004/05 wird in einer Klasse pro Schulstufe in den Fächern Geografie, Biologie, Geschichte, Physik, Sport und Bildnerische Erziehung Englisch als Arbeitssprache verwendet.

Abgeschlossen kann die MS nach der 8. Schulstufe entweder mit vertiefter Allgemeinbildung (Realgymnasium) oder mit grundlegender Allgemeinbildung. Die Entscheidung über die Einstufung basiert auf dem Wunsch der Eltern.

In der Oberstufe (Sekundarstufe II) bieten drei Zweige – der naturwissenschaftliche Zweig, der Europazweig und der Kreativzweig – den Schülerinnen und Schülern neben einer fundierten Ausbildung in den traditionellen Fächern auch die Möglichkeit, individuelle Ausbildungsschwerpunkte zu setzen und dadurch die eigenen Berufs- und Weiterbildungsaussichten zu erhöhen.

Der Naturwissenschaftliche Zweig will vor allem auf technisch-naturwissenschaftliche Berufe, Kollegs und Studien vorbereiten. Er bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, in Laborübungen ansatzweise experimentelles Forschen kennen zu lernen. Die Prinzipien der Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit und des Praxisbezugs des naturwissenschaftlichen Unterrichts stehen im Vordergrund. In den praktischen Übungen wird besonderer Wert auf exaktes Beobachten und sorgfältige Protokollführung gelegt. Als profilbildende Schwerpunktfächer werden Biologielabor, Chemielabor, Physiklabor und NAWI – Global (= geographische und gesellschaftspolitische Aspekte der Naturwissenschaft) angeboten.

Der Europazweig will die Schülerinnen und Schüler auf eine Studien-, Arbeits- und Lebenswelt vorbereiten, die gesamteuropäisch bzw. international orientiert ist. Die Schülerinnen und Schüler erlernen drei Fremdsprachen auf Maturaniveau und sollen durch die Auslandsaufenthalte und die Zusammenarbeit mit ausländischen Partnerschulen internationale und interkulturelle Kommunikationsfähigkeit erlangen. Als profilbildende Schwerpunktfächer werden Internationale Kommunikation, Sprache aktuell und drei Fremdsprachen (entweder Englisch ab 5. Schulstufe + Italienisch oder Französisch ab 7. oder 9. Schulstufe + Latein ab 10. Schulstufe) angeboten.

Der Kreativzweig will die Individualität und Kreativität der Schülerinnen und Schüler fördern, wobei ein philosophisch-forschender Umgang mit komplexen Sachverhalten den Schwerpunkt bildet und der Unterricht nicht in einer auf traditionelles künstlerisches Schaffen reduzierten Talentförderung besteht. Kreativität meint – ausgehend von einer fundierten Auseinandersetzung mit geisteswissenschaftlichen Erkenntnismodellen und Traditionen – die Hinführung zu einem kritisch-kreativen Denken und die Vermittlung von Innovations-, Problemlösungs- und vor allem Problemvermeidungsfähigkeit. Als profilbildende Schwerpunktfächer werden Medien und Kommunikation, Kreativitätstechniken, Körpererfahrung und Produktionswerkstatt angeboten.