Integration

Wir leben in einer Gesellschaft, die von innerer und äußerer Ausgrenzung gekennzeichnet ist:

Menschen werden ausgegliedert, weil sie alt sind, keinen Arbeitsplatz haben, weil sie weniger verdienen, ein zu niedriges Bildungsniveau besitzen, anders ausschauen, eine andere Muttersprache sprechen, anders gekleidet sind, behindert sind.
Integration hat nun zum Ziel, diese ausgegliederten Teile der Gesellschaft wieder zu vereinen zu einem Ganzen, in dem die Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung gesehen wird.

Schulische Integration ist soziale Integration, die die volle Eingliederung behinderte Menschen in das gesellschaftliche Leben erreichen kann. Nur ein Leben mit gegenseitigen Beeinflussungen, mit wechselseitigen Beziehungen und gemeinsamen Erfahrungen kann Verstehen und ein Miteinander aufbauen.

Kinder können beim gemeinsamen Lernen, Spielen und Leben in der Schule die Grundlagen für gleichwertige Lebensmöglichkeiten auftauen. Gleichwertigkeit bedeutet dabei keineswegs Gleichartigkeit.

Die schulische Integration behinderter Kinder ist ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung einer humanen Gesellschaft, die geprägt ist von gleichwertigem Nebeneinander verschiedenster Menschen, die sowohl dem Narren als auch dem Künstler, sowohl dem Genie als auch dem Behinderten die gleiche Achtung und Würde entgegenbringt.

Integration will daher nicht gleichmachen, sondern die vielfältigen Formen menschlichen Seins fördern. Dies ist nur durch den Einsatz von differenzierten, offenen und innovativen Unterrichtsformen sowie durch fächerübergreifendes und projektorientiertes Lernen möglich.

Durch verstärktes soziales Lernen in der höheren Schule kann sowohl die von der Wirtschaft immer mehr gefragte Fähigkeit zur Teamarbeit als auch die soziale Kompetenz erhöht werden. Im integrativen Unterricht geht es also vor allem um die Umsetzung einer Pädagogik, die jeden Schüler für ein menschlich gleichwertiges Leben in unserer Gesellschaft befähigt. Die Schule muss sich den veränderten Anforderungen der kindlichen Lebenswelt stellen und einen Zusammenhang von Leben und Lernen herstellen.

Ulrike Stelzl,
Intergrationslehrerin