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Lesung Clemens J. Setz


Clemens J. SETZ - Autorenlesung an der Klusemannstraße

Der Schriftsteller verfügt  über einen ausgezeichneten Stil als Schreiber und gibt geschliffene Antworten im Dialog mit den Schülerinnen.


 

Am 5. Mai 2010 hatten wir an unserer Schule den jungen Autor Clemens J. Setz zu Gast.
Er erwies sich in seiner überaus kommunikativen und flexiblen Art als besonderer Glücksgriff. So gelang es ihm einen sehr direkten Zugang zu den Schülerinnen herzustellen. Eine bewundernswerte Leistung, war doch ein Spagat zwischen den Vierzehn- bis bereits Siebzehnjährigen dazu notwendig.

Was die Jüngeren begeisterte – die Einbeziehung der grundsätzlichen Antriebsenergie aller Menschen: die Sexualität – war für manche älteren Burschen in dieser Offenheit bereits etwas zu viel des Guten.
Für sie hätte er wohl besser gelassen und distanziert aus seinem ersten Roman „Söhne und Planeten“ geantwortet:
[Kapitel 4, Titel „Abschweifungen“  (…) Mein Name ist Rene´ Templ. Nächsten Herbst werde ich vierundzwanzig Jahre alt. Ich bin Schriftsteller. Niemanden will ich damit imitieren. (…) Im Grunde bin ich freilich ein unerträglicher Gesprächspartner. Denn obwohl meine Arbeit als Schriftsteller eine Art von Bettelei ist, die bei mir völlig unbekannten Menschen um Zuneigung und Gefallen wirbt, gebe ich mich in alltäglichen Gesprächen oft sehr unabhängig und stolz. (…)]
Während der Jungautor also Privates über sich preisgab, seine Schlaflosigkeit, seine Lehramtsausbildung und zugleich deutliche Parteinahme für die  Seite der Schüler, sein Hinkommen zum Schreiben über den Umweg eines selbst gedichteten Blues und daneben die Triebfeder von Humor und Lebensnähe, die auch in einem Pornofilm steckt (Dialog über die Reparatur eines Fernsehers).
Im zweiten Roman von Clemens J. Setz („Frequenzen“) findet sich in klar strukturierten Kapiteln die thematische Auseinandersetzung mit dem Vater, die Reflexion der Ablösung von der Herkunftsfamilie und nicht zuletzt die ganz große Sinnsuche im Hinblick auf berufliche Tätigkeit und Lebensinhalt.
Besonders berührend sind die Sequenzen, in denen der herumflanierende Sohn (Weltbürger ohne Welt) alle Bemühungen des Vaters abwehrt, der als erfolgreicher Architekt einfach nicht wahrhaben will, dass sein Spross nicht gewillt ist in irgendeiner Weise diesen Typus des „Erfolgreichen“ nachzuahmen. Als gemeinsamen Nenner finden sie für ihn schließlich die Berufung zur Schauspielerei. Während der Vater darunter den künftigen Star und eine entsprechende Karriere versteht, stellt der Sohn in der Psychologenpraxis einer Freundin einen psychisch Erkrankten in der Gruppensitzung dar.
 Weiteren literarischen Kostproben – etwa der Text über die schrullige alternde Figur des Auer, aus dessen einem Ohr eine einzelne Weizenähre wächst, die allabendlich sorgfältig gestutzt werden muss – folgte eine zweiter Frageteil.
Wesentlich war wohl die Reduzierung der Antwort auf die Frage, wie einer zum Schreiben komme, auf den Wunsch, damit andere zu beeindrucken und sich selbst erst durch das Schreiben lebendig zu fühlen.
Etwas spröde zeigte der Schriftsteller sich erst auf die Frage nach den in seinen Büchern stets etwas entfernten Vätern (Debüt-Roman: Söhne und Planeten). Er war nicht bereit auf den eventuell existierenden biographischen Hintergrund näher einzugehen.
„Damit haben Sie seinen Nerv´getroffen.“ meinte ein aufmerksamer jugendlicher Zuhörer nach der Veranstaltung.

Das Bibliotheksteam

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