Besuch der Gedenkstätte Mauthausen

Veröffentlicht am 25. Juni 2021

Zu Beginn unseres Besuches der Gedenkstätte Mauthausen besuchten wir (Frau Kohlmeier, Frau Stelzl, Herr Raffler, Herr Berghold, 4a und 4b) die 186 Stufen lange und 31 m nach oben gehende Todesstiege. Frau Kohlmeier berichtete, dass der Höhenunterschied zwischen den Stufen teils einen halben Meter betrug. Die Gefangenen mussten teils 50 – 60 kg schwere Granitblöcke tragen, brachen zum Teil von selbst zusammen, wurden aber auch von SS-Leuten und Kapos absichtlich heruntergestoßen, wodurch die Stiege ihren Namen erhielt.

Die Fallschirmspringerwand war eine 50 m hohe Felswand, die dazu missbraucht wurde, Häftlinge hinabzustoßen, teils auch von anderen Häftlingen. Ihre Körper wurden dabei zerschmettert oder sie erlagen ihrer Schwächung, verhungerten oder ertranken in einem Regenwasserteich.

Nach einer Busfahrt spazierten wir beim ehemaligen Exerzier- und Sportplatz der SS und beim Russen- bzw. Sanitätslager vorbei. Dort wurden zunächst sowjetische Kriegsgefangene untergebracht, von denen die meisten bis zur Fertigstellung den Tod fanden. Im Weiteren diente es als Sterbelager.

Nach dem Besuch des Denkmalparks ging es weiter zu den Baracken, die wir besichtigen durften. Diese Unterkünfte waren zu Stoßzeiten hoffnungslos überfüllt. Statt für an die 500 Personen Platz zu bieten, mussten sich zeitweise 1500 bis 2000 Menschen in den Baracken miteinander arrangieren. Aus diesem Grund wurde ein Extra-Bereich errichtet, um eine Unterkunft für weitere KZ-Insassen zu haben.

Bei der Mühlviertler Hasenjagd war es 500 sowjetischen Gefangenen gelungen zu fliehen, und zwar in drei Gruppen. Von den Geflohenen konnten bloß elf überleben. Manche waren von ihrem Aufenthalt im KZ so geschwächt, dass sie sich im Zuge der Flucht für ihre Mitgefangenen in den elektrisierten Stacheldraht warfen, um diesen die Flucht durch Auslösen eines Kurzschlusses zu ermöglichen.

Im Museum konnten wir Informationen zur Gedenkstätte durchlesen. Zunächst hatte man in Mauthausen kein eigenes Krematorium. Als die Anzahl an Verstorbenen so hoch wurde, dass der Abtransport nicht mehr bewältigbar war, wurden in Mauthausen drei eigene Krematorien errichtet, von denen heute noch zwei erhalten sind.

Im Raum der Namen im Erdgeschoss und im Keller des Krankenreviers sind unzählig viele Namen von im KZ Mauthausen Verstorbenen aufgelistet. Ein Bereich wurde freigelassen, damit man auch an jene denkt, deren Namen im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbar sind.

Insgesamt kamen in Mauthausen, Gusen und den Außenlagern mindestens 90.000 Häftlinge ums Leben, davon etwa die Hälfte in den letzten vier Monaten vor der Befreiung.

In den Gaskammern wurde uns gezeigt, wie das Gas eingefüllt und wie es wieder abgelassen wurde. Das Ersticken der Menschen dauerte zehn Minuten, das Entknoten dieser danach Stunden, da sie dermaßen ineinander verhakt waren.

Ich musste in Mauthausen auch an Anne Franks Peter denken, der, nachdem er nach Auschwitz-Birkenau deportiert worden war, im Jahr 1945 bei einem Evakuierungsmarsch nach Mauthausen verschleppt worden war und wenige Tage vor der Befreiung des KZs am 5. Mai dort verstarb. Wer „Das Tagebuch der Anne Frank“ gelesen hat, weiß, dass man einen Bezug zu den Personen von Annes Tagebuch aufbaut, und dann steht man an diesem Ort, an dem ein Mensch, der ihr wichtig war, sein Leben verloren hat. Man weiß, das waren eben Menschen voller Leben und Hoffnung und man kann gar nicht begreifen, wie ein Geschehen wie das in Mauthausen überhaupt möglich sein kann. Es tut mir sehr leid für Annes Peter und viele andere, dass sie Mauthausen nicht entkommen und überleben konnten.

Alex Trnoska, 4a