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Zeitzeugengespräch

 


NS-Eindrücke durch Zeitzeugin Hermine



Einen emotional bewegenden Einblick in die Geschehnisse während des zweiten Weltkrieges brachte uns der Besuch der Zeitzeugin Hermine, einer 89jährige, sehr rüstigen Dame, die uns (4a und 4c und unsere Begleitlehrerinnen) geduldig mal längere, mal kürze Antworten auf unsere Fragen gab.

In den ersten beiden Stunden dieses 5. Februar schauten wir uns bereits eine Dokumentation zu den Ausbildungsstätten der Nazis an, in denen allem voran das Motto galt, starke, robuste, möglich wenig emotional ausgerichtete Führungskräfte heranzuzüchten. Die Methoden waren zeitweise erschütternd, nicht funktionierende junge Menschen wurden durch Demütigung dorthin erzogen, wo man sie haben wollte.

Hermine wurde durch den Umstand, dass ihre Familie Zeugen Jehovas waren, von ihren Eltern getrennt und kam dadurch in eine Erziehungsanstalt. Die Burschen wurden Teil der Hitlerjugend, die Mädchen kamen zum „Bund deutscher Mädel“ (BDM). Bei Hermines Vater wurde überprüft, ob er arbeitsfähig wäre und zu welcher Arbeit er taugen würde. Als er, der bereits im ersten Weltkrieg als Soldat gedient hatte, darum bat, nicht erneut als Soldat eingesetzt zu werden, wurde er sogar wieder auf freien Fuß gesetzt, weil er noch immer Schmerzen von Kugeltreffern hatte. Hermine betonte öfters, welch großes Glück sie und ihre Familie trotz der schweren Erlebnisse gehabt hätten. Hermines Mutter blieb im Dorf zurück und ihr Vater traf sich heimlich mit Hermine, um mit ihr zu sprechen oder ihr Sachen vorbeizubringen, wobei sie eines Tages erwischt wurden. Dies hatte zur Folge, dass Hermine nach München versetzt wurde. Sie betonte, dass nicht alle in den Erziehungsheimen hartherzig gewesen wären, manche, wie z.B. eine Nonne in München, die ihr des Öfteren Zuckerl zukommen ließ, zeigten durchaus auch ein Herz für Mitmenschen. Die Erziehungsanstalten seien hierzu da gewesen, die Ideale der Nationalsozialisten in die Köpfe der Kinder und Jugendlichen zu hämmern. Burschen im Alter von 15 – 16 Jahren seien davon dermaßen geprägt gewesen, dass sie jubelten, als er hieß, sie seien auserkoren, um als Soldaten zu dienen. Die Jüngeren weinten, weil sie nicht auserwählt worden waren. Sonntags gab es auch Unterricht, in dem ausschließlich die Vorstellungen von Vorgaben der Nationalsozialisten vermittelt wurden. Hermine selbst habe auf ihre Weise rebelliert, sich nie dazu kleinkriegen lassen, andere Menschen mit einem „Heil Hitler“ zu begrüßen. Manche der Erwachsenen begegneten ihr als Reaktion darauf durchaus auch mit Respekt. In ihrer Familie sei sehr wohl eine emotionale Bindung zueinander gepflegt worden, ihre Eltern hätten nicht dieses „Ideal“ der Abhärtung ihres Kindes gelebt. Die Bindung zu ihrer Mutter sei besonders eng gewesen.

Von München aus gelangte Hermine in eine weitere Erziehungsanstalt. Kurz darauf traf eine Bombe jene Anstalt in München, in der sie davor gewesen war. Bevor Hermine zu ihrer Mutter ins Dorf zurückkommen konnte, musste sie auf einem Bauernhof arbeiten. Dieser war mit einem Keller ausgestattet, in den die Menschen flüchten konnten. Nicht nur die Bombe selbst, auch die Druckwelle, die von dieser ausgelöst wurde, konnte Schäden anrichten. Hermine berichtete, dass das Einschlagloch der nahe dem Bauernhof gefallenen Bombe in etwa die Dimension eines Klassenzimmers gehabt hätte.
Frau Pilz fragte Hermine, wie es denn gewesen wäre, die Mutter nach all den Jahren dann endlich wieder zu sehen. Die Welle an Emotionen, die in Hermine in dem Moment hochgestiegen ist, war überwältigend und erschütternd ergreifend. Frau Kohlmeier merkte an, Zeitzeugen kennenlernen zu können, die man live vor sich noch sehen und sie direkt fragen können, wie denn diese Zeit während des zweiten Weltkrieges gewesen wäre, sei ein unbeschreibliches Privileg. Man wisse nicht, wie lange dies noch möglich sei, und wir hatten das Glück, Hermine persönlich zu treffen. Kein Video kann das vermitteln, was wir heute im direkten Kontakt mit ihr gefühlt und erfahren haben. Ihre Schilderungen begleitet vom Videomaterial, das uns gezeigt wurde, hinterlassen einen bleibenden Eindruck.

Benjamin Trnoska, 4a

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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