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Exkursion Mauthausen

 


Gedenkstätte Mauthausen



Mit zwei Doppelstockbussen machten wir Viertklässler uns am 2. Mai 2019 gemeinsam mit Frau Pilz, Frau Meringer, Herrn Berghold, Frau Kohlmeier und drei UnterrichtspraktikantInnen auf den Weg nach Mauthausen. Mit Pause dauerte eine Strecke über drei Stunden.

In Mauthausen angekommen wurden wir in fünf Gruppen aufgeteilt, unser Guide hieß Gabi. Zuerst besichtigten wir den Steinbruch, in dem während des Zweiten Weltkrieges Granit abgebaut wurde, der auch heute noch in alten Häusern oder Fundamenten zu finden ist. Die Arbeit war unermesslich schwer und wurde von Zwangsarbeitern durchgeführt, die nicht bloß körperlich erschöpft, sondern zudem unterernährt waren. Die Todesstiege ist derzeit aufgrund des Ergebnisses einer Sicherheitsprüfung nicht begehbar. In etwa die Hälfte jener beinahe 200.000 Menschen, die in Mauthausen oder Gusen inhaftiert worden waren, verstarb dort, ein Großteil durch Verhungern, Erschöpfung, Erschießen oder als Folge von „wissenschaftlichen Experimenten“ durch SS-Ärzte. Aus mehr als 40 Nationen stammten die Inhaftierten, wobei sie mit unterschiedlicher „Wertigkeit“ gehandhabt wurden – die slawische Bevölkerung, Juden und Homosexuelle z.B. an letzter Stelle, als z.B. Italiener, Spanier oder Franzose erging es einem etwas besser, deutsche und österreichische Inhaftierte, die sich eines Verbrechens wie z.B. Diebstahl oder Mord, schuldig gemacht hatten, wurden noch am besten behandelt. Die Baracken, in denen die Inhaftierten untergebracht waren, waren hoffnungslos überfüllt, mit teils 300 Menschen in einer Baracke, Betten wurden zu zweit benutzt. Jenen, die wegen Platzmangel in Zeltlagern neben den Baracken untergebracht waren, erging es am schlechtesten, da sie neben den Kranken als Letzte zu essen bekamen. Manche der Inhaftierten bekamen Spezialaufgaben übertragen. Sie wohnten zwar inmitten der anderen Häftlinge, erhielten jedoch Waffen und einen Sonderstatus. Sie konnten auch Mitbewohner schikanieren oder notfalls zu erschießen. Demütigung war an der Tagesordnung. Jeder Häftling hatte bei einem Morgenappel seine Mütze zu tragen – fehlte diese, so wurde derjenige erschossen. Bei der Ankunft im KZ mussten sich die Inhaftierten nackt ausziehen und wurden vollkommen kahl rasiert. Ihre Wertgegenstände wurden ihnen abgenommen und teils von SS-Bediensteten eingesteckt. Von diesem Zeitpunkt an wurden sie nicht mehr mit ihrem Namen gerufen, sondern mit einer Nummer, die ihnen in den Arm tätowiert wurde. Ziel war, ihnen ihre Identität zu nehmen. Bei den Bergarbeiten wurden Arbeiter teils „zum Spaß“ von SS-Bediensteten vom Berg gestoßen, oder andere Häftlinge dazu aufgefordert, dies durchzuführen, oder erschossen.
Jene Baracken, in denen die KZ-Aufseher untergebracht waren, sind größtenteils verfallen und mittlerweile zum Parkplatz geworden. Einzig die Baracke des SS-Oberbefehlshabers ist erhalten.
Ein einziger größerer Ausbruch war ca. 500 sowjetischen Offizieren in Mauthausen gelungen, die es trotz der Überwachung geschafft hatten, sich abzusprechen. Die Bevölkerung war damals bei der „Mühlviertler Hasenjagd“ aufgefordert worden, die flüchtigen Russen gleich selbst zu erschießen, sollte man auf sie treffen. Durchaus einige aus der Bevölkerung deckten die Flüchtigen jedoch, richteten ihnen Kleidung oder Essen her oder versteckten sie gar, wobei man nur von acht Personen weiß, die überlebten. Einige der Inhaftierten, die am Ende des Zweiten Weltkrieges befreit wurden, hatten so lange zu wenig zu essen bekommen, dass sie die Nahrung nicht mehr richtig aufnehmen konnten. Denkmäler in verschiedensten Sprachen, von unterschiedlichen Staaten errichtet, erinnern an die Verstorbenen. Ein Häftling musste Buch führen und sämtliche Inhaftierte namentlich mit ihrem Geburts- und Sterbedatum und -ursache registrieren. Um das Anführen der Ursache „Erschießen“ zu verdecken, machte der Mann bei jedem Erschossenen einen kleinen, beinahe nicht merkbaren Punkt neben dem Namen des Verstorbenen. Die Gaskammer wurde uns gezeigt, und zu jeder Art, wie Menschen in diesem KZ ums Leben gekommen sind, ein symbolisches Ausstellungsstück, wie z.B. die Peitsche für jene, die durch SS-Bedienstete getötet worden waren, oder die Pumpe fürs Herauspumpen des Gases aus der Gaskammer, damit der Raum wieder benutzt werden konnte.

Beim Betrachten der Lage des KZs wird einem bewusst, wie nahe einige Häuser der Bevölkerung lagen. Viele der Bewohner rundum bekamen mit, was sich in unmittelbarer Umgebung ihres Zuhauses abspielte: Fußmärsche der Häftlinge vom Bahnhof zum KZ, einige wurden Zeugen der Verbrechen. Die Reaktionen waren unterschiedlich, von purer Angst über Gleichgültigkeit bis hin zu sogar Zustimmung. Heute scheint es undenkbar, dass neben einem Krankenlager, in dem Tausende sterben, ein Sportplatz sein könnte, in dem sich Menschen bedenkenlos amüsieren. Die SS benutzte zynische Bezeichnungen, wie z.B. „Fallschirmspringer“ für jene, die den Steinbruch hinuntergestoßen wurden, „Badeaktion“ für Morde im Duschraum oder „Hasenjagd“ für die Jagd nach Geflüchteten.
Die Reaktionen meiner MitschülerInnen waren geteilt. Manche schienen die Eindrücke kaum an sich heranzulassen, andere waren bei der Heimfahrt im Bus sehr nachdenklich und still. Bleibt nur eines zu sagen: Mögen wir aus diesen Eindrücken lernen und möge in Österreich nie wieder solch eine Grausamkeit stattfinden.

Benjamin Trnoska

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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