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ETC Projekt Menschen/Rechte/Bildung

 

Das Forschungsprojekt  Menschen/Rechte/Bildung  befindet sich in der Schlussphase, hier ein kurzer Bericht der letzten Aktivitäten



Workshop 3

Der dritte halbtätige Workshop im Februar 2011 diente dazu, die SchülerInnen in die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse einzubinden und darüber hinaus ihre Eindrücke und ihre Erfahrungen mit dem Projekt zu besprechen. In diesem sehr ergiebigen Workshop bewiesen die SchülerInnen der Projektgruppe die Fähigkeit zu Reflexion, sachlicher Diskussion und vernetztem Denken. Sie analysierten die Interviewsituation, verglichen ihre Eindrücke von den InterviewpartnerInnen und die inhaltlichen Antworten, diskutierten die Schlussfolgerungen, die sie daraus zogen und brachten Verbesserungsvorschläge. Diese rückblickende Reflexion brachte einerseits wesentliche Anregungen für die Auswertung und ein konstruktives Feedback an die Projektleitung und diente andererseits der bewussten Auseinandersetzung der SchülerInnen mit dem eigenen Lernprozess.

Auswertung

Die Auswertung der qualitativen Interviews sowie der Fokusgruppendiskussion erfolgte durch das wissenschaftliche Team des ETC. Die Transkriptionen der Tonaufnahmen wurden mittels MAXqda von jeweils zwei Personen parallel codiert und anschließend im sechsköpfigen Team inhaltsanalytisch nach Mayring ausgewertet. 

Workshop 4

Im vierten und letzten Workshop wurden den SchülerInnen die vorläufigen Auswertungsergebnisse aus den Bereichen

  • Menschenrechte im Unterricht
  • Gewalt, Mobbing, Konfliktverhalten der SchülerInnen
  • Lehrer-Schüler-Beziehung, Benotung

präsentiert und zur Diskussion gestellt.
Im Anschluss daran erarbeiteten die SchülerInnen in Gruppenarbeiten „good practices“ und Empfehlungen, die aus ihrer Sicht zu einer Förderung der Menschenrechtsbildung an den AHS beitragen könnten. Inhaltlich ging es vor allem um folgende Bereiche:

  • Meinungsäußerungsfreiheit
  • Schülerpartizipation und Schulangebote
  • Thematisierung von Respekt im Unterricht und Einschätzung der Wirksamkeit

In einer abschließenden Feedback-Runde hatten die SchülerInnen die Möglichkeit alle Eindrücke aus dem Projekt noch einmal auszutauschen.

Forschungsergebnisse

Inwieweit Menschenrechte im Unterricht thematisiert werden, hängt weitgehend vom Engagement der betreffenden Lehrperson ab. Grundsätzlich kann ein Bezug in allen Unterrichtsfächern hergestellt werden, einige eignen sich aber besonders – etwa Geschichte und politische Bildung, Religion und Deutsch. Nach Einschätzung der LehrerInnen ist es bei der Vermittlung von Menschenrechten jedenfalls wichtig, einen Bezug zum Alltag herzustellen.

Gerade an diesem Bezug zum Alltag mangelt es aber den SchülerInnen. Sie können zwar einige konkrete Menschenrechte nennen – am bekanntesten sind Meinungsäußerungsfreiheit, Recht auf Freiheit, Recht auf Bildung und Religionsfreiheit - erinnern sich aber nur selten und vage an bestimmte Unterrichtsinhalte. Die Jugendlichen setzen die Menschenrechte kaum mit ihrem alltäglichen Lebensumfeld in Beziehung. Menschenrechtsverletzungen werden eher mit fernen Ländern assoziiert, als in klasseninternem Mobbing erkannt.

Ein wesentliches Ziel der Menschenrechtsbildung in den Allgemein Bildenden Höheren Schulen sehen LehrerInnen und DirektorInnen darin, einen respektvollen Umgang miteinander zu pflegen und aktiv zu fördern. Insgesamt – so die DirektorInnen – bestehe hier noch Handlungsbedarf, der von den Schulen und anderen Institutionen (v.a. der Familie) zu bewältigen sei.
Die meisten SchülerInnen sprechen von einer guten Klassengemeinschaft, womit sie aber nicht ausschließen, dass sie einzelne SchülerInnen als AußenseiterInnen betrachten. Von körperlicher Gewalt wird kaum berichtet. Dagegen kommt Mobbing – neuerdings auch in Form von Cyber-Mobbing – nach Angaben von SchülerInnen, LehrerInnen und DirektorInnen häufig vor, vor allem in den Unterstufenklassen. Diesbezüglich erscheint die Förderung eines respektvollen Umgangs als besonders wichtig. Als Ausdruck respektvollen Verhaltens nennen die SchülerInnen das Akzeptieren unterschiedlicher Meinungen sowie Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und das Unterlassen von Beschimpfungen.

Gewisse schulische Rahmenbedingungen erweisen sich als förderlich, um dieses Ziel im Schulalltag zu erreichen und Konflikte zu lösen. Genannt werden insbesondere die Einrichtung von „Peer-MediatorInnen“ oder das Fach „Soziales Lernen“.
Ähnlich wie der Unterricht wird auch das Schulumfeld maßgeblich vom individuellen Engagement der Lehrpersonen gestaltet. So gehen Angebote wie Projekte, Exkursionen und Pilot-Fächer in der Regel auf die Initiative einzelner LehrerInnen zurück. Die DirektorInnen verweisen bei der konkreten Ausgestaltung der Menschenrechtsbildung gerne auf die Autonomie ihrer Lehrkräfte. Auch die Teilnahme an Fortbildungen sowie die Evaluation des Unterrichts bleiben jeder Lehrperson selbst überlassen.

Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse kann im Endbericht gefunden werden, der am 13. Oktober von 11 – 12.30 Uhr am BG/BRG Klusemannstraße präsentiert wird.

Forschende SchülerInnen: Patrick Kloeckl, Susanna Stahl, Moritz Theissing, Robert Zandonella ; Anna Robosch, Alexandra Schmitt; Fatemah Moussawi, Vanessa Poglits, Laura Sigmund; Benjamin Barilich, Michael Perner, Jannis Verbic; Lene Lantos, Rosa Rönfeld, Sandra Satran;


ETC-Team: Wolfgang Benedek, Ingrid Nicoletti, Simone Philipp, Barbara Schmiedl, Klaus Starl, Alexandra Stocker;       

Lehrer: Günter Hofbauer

 

ETC, G. Hofbauer

 

 

 

 

 

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